27 Juni 2004


Dolomitentour 2004


Sonntag 27.06.2004



Um 7:20 Uhr starten Wolfgang und Corinna mit dem vollgepackten Lupo Richtung Dolomiten. Die beiden anderen (Karsten und Bernd) wollen erst später fahren, aber mit dem S3 sind sie sowieso schneller. Bei schönem Wetter und wenig Verkehr beschließen wir über den Fernpaß zu fahren, spart Kilometer und hat sich mit einem super Blick auf die Zugspitze gelohnt. Gegen 15 Uhr erreichen wir das Quartier in Colfosco und beziehen die Ferienwohnung. Ein kurzer Anruf bei den beiden anderen bestätigt, daß sie Zeit aufgeholt haben und nur 45 min später da sind. Jetzt gibts erstmal Kaffee für alle und dann gehts natürlich noch auf's Rad. Allerdings nur für 3, denn Wolfgangs Radschuhe sind nicht zu finden. Sie werden wohl im Flur liegen geblieben sein. Die anderen machen sich dann zum Grödner hoch. Nach der Abfahrt zum Hotel Miramonti stellt sich die Frage: Zurück oder aufs Sella und die Runde zu Ende fahren. Da wir alle gut drauf sind gehts weiter. Nach Sella gehts über jede Menge Kehren hoch zum Passo Pordoi und über 33 Kehren abwärts nach Arabba. Jetzt fehlt noch der Campolongo und der Schlußanstieg nach Colfosco.

Zu Hause angekommen begrüßt uns Wolfgang mit der Nachricht, dass er wahrscheinlich 2 Orte weiter in La Villa Radschuhe bekommen könnte. Das hoffen wir alle, damit wir morgen zu viert auf Tour gehen können. Corinna hat noch schnell Spaghetti mit Fertigsauce gekocht, die wir dann beim Fußball mit genügend Bier (Karsten sei Dank) vertilgt haben.

53 Kilometer, 1600 Höhenmeter




Montag 28.06.2004

Nach dem Ausschlafen und einem späten Frühstück fährt Wolfgang los um Radschuhe zu besorgen. Der Rest schwingt sich ebenfalls ins Auto um den Alimentari zu überfallen. Nach einem Großeinkauf mit Nudeln, Bananen, Gemüse und Bier kommen wir zurück, wo Wolfgang schon auf uns wartet. Er war erfolgreich und so können wir gegen 12 Uhr zusammen auf die nächste Tour gehen. Zunächst gibt's eine kleine Abfahrt nach Corvara, woran sich der Campolongo anschließt. Corinna geht's nicht so gut, der Magen rebelliert etwas, aber nach der Abfahrt nach Arraba entschließt sie sich doch die Tour weiter zu fahren. Jetzt geht es das Buchensteintal hinunter, über ein Seitental hoch zur schönen Aussicht und am Giau-Abzweig runter nach Caprile. Ab da geht es gut 13 Kilometer auf den Fedaia rauf. Zunächst noch mit ganz humanen Steigungprozenten bis Sottoguda und dann durch eine Schlucht, die nur für Fußgänger und Radfahrer frei ist. Wirklich schön, aber die Steigung hat dann schon im Mittel 10 %. Der Rest des Anstiegs ist dann nur noch zum Kotzen, keine einstelligen Prozente mehr! Unser Pantani (Bernd) macht seinem Namen alle Ehre und kurbelt mit seinem 3-fach Kettenblatt rauf. Corinna hält sich hinten auf und bekommt immer wieder moralische Unterstützung durch Wolfgang. Oben angekommen warten nicht nur Bernd und Karsten, sondern auch eine Cola. Nach einem Käsebrötchen und einer weiteren Cola stürzen wir uns in die Abfahrt runter nach Canazei. Hierbei gibt's immer mal wieder tolle Ausblicke auf die schneebedeckte Marmolada. Kurz vor Canazei noch ein kurzer Trinkwasserstop am Brünnchen und dann wieder auf's Sella raufkurbeln. In Kurve 6 vor der Paßhöhe muß Corinna dann doch aufgeben und schickt Wolfgang los um die anderen einzuholen und dann mit dem Auto entgegen zu fahren. Als Treffpunkt wird das Hotel Miramonti ausgemacht, das heißt noch bis Sella hoch und runter bis zum Abzweig Grödner Joch. Das klappt auch ganz gut und gegen 8 Uhr ist die Mannschaft wieder komplett.

97 Kilometer, 2630 Höhenmeter

Dienstag 29.06.2004

Heute geht's früher aufs Rad, Abfahrt 10:20 Uhr. Zunächst wieder abwärts, diesmal bis La Villa. Dort gibt's einen Zwischenstop beim Radgeschäft, Karsten braucht neue Handschuhe und Bernd eine Radtasche. Corinna kann sich gerade noch zurückhalten ein neues Trikot zu kaufen, aber wir sind ja noch ein paar Tage in der Gegend. Weiter geht's auf zum Valparola auf 2160 m, der auch so manches Prozentstück hat. Nach einer Miniabfahrt erreichen wir den Falzarego. Dort teilt sich die Gruppe, Bernd und Karsten fahren noch über den Giau. Die Auffahrt geht über eine relativ schlechte Straße, hier heißt es am Sonntag bei der Abfahrt aufpassen. Wolfgang und Corinna fahren direkt ab nach Arabba, um über den Campolongo nach Hause zu kommen, unterbrochen durch einen Fotostop für den Hausberg von Corvara, den Sassonger. Etwa 2 Stunden später kommen auch die beiden anderen an. Da keiner Lust zum Kochen hat, gehen wir gemeinsam ins Ort zum Pizzaessen.

91 (59) km, 2450 (1410) Höhenmeter


Mittwoch, 30.06.2004

Heute steht die Königsetappe auf dem Programm und Corinna muß passen. Der Magen rebelliert und so gibt es eine 3 Herren-Tour. Zunächst (wie so oft) rauf auf's Grödner Joch (ist ja auch der Radfahrer-Hausberg) und dann gibt's die Abfahrt bis nach St. Ullrich. Dort geht's links ab über den Panider Sattel und das erste 20 % Schild winkt. Abwärts geht's nach Kastelruth (Spatzen jagen) mit Aussicht auf den Schlern und weiter nach Seis und Völs. Dort gibt's nach 2 Tunnel ein Schild nach Prösels und 28 %. Gemessen sind's dann (nur) 24 %, aber auch das muß man erst mal treten. Mit einer Rechtskurve geht's zurück auf angenehme 18 %. Nun weiter ins Tierser Tal mit Blick auf Bozen. In Tiers gibt's einen kurzen Wasserstop um dann auf den Niger-Sattel zu fahren. Hier hat's auch wieder ein 20 % Schild, das sich auf mehrere Kilometer hochprozentig ausweitet. Der herrliche Blick auf den Rosengarten ist dadurch leider etwas gestört, aber es lohnt sich dennoch. Auf dem Niger angekommen gibt's zur Belohnung Eis für alle und ein kurzes Runter-Rauf zum Karerpaß. Jetzt wird die schöne Höhe in der Abfahrt zum Fassertal verheizt. Von Vigo bis Canazei geht's über eine stark befahrene Lasterstrasse, bis es endlich aufwärts auf den Sella geht. Dort werden die Helden von Corinna begrüßt, der es nachmittags besser geht und daher über Grödner hoch zum Sella fährt. Den Schluß der Etappe machen wir also wieder zu viert. Die Jungs sind zwar ziemlich fertig, aber freuen sich über die schöne Tour. Zum Abschluß des Tages gibt's Nudeln mit Gemüsesauce, Wein, Bier und Fußball-Halbfinale.

127 km, 3050 Höhenmeter

Donnerstag, 01.07.2004

Heute ist Ruhetag, Zeit zum Einkaufen (Corinna und Karsten) oder zum Wandern (Wolfgang und Bernd). Am Abend wird das Wetter schlechter, wir hoffen aber auf den nächsten Tag.


Freitag, 02.07. 2004


Es regnet und regnet und...

Jetzt kommen wir leider noch zu einem unfreiwilligen Ruhetag.

Samstag, 03.07.2004

Durch den gestrigen Regentag sind wir heute doch noch einmal heiß aufs Radfahren, obwohl morgen der Maratona ansteht. Eine Runde über den Falzarego soll es werden. Zunächst geht es runter nach Corvara und dann hoch auf den Campolongo. In Arabba fahren wir links durch das Buchensteintal bis zum Abzweiger, der morgen entscheiden wird, ob 110 oder 140 km gefahren werden. Jetzt kurbeln wir auf den Passo Falzarego, der eine angenehme Steigung hat. Es schließt sich der kurze Anstieg zum Valparola an, ehe es in rasender Abfahrt nach La Villa geht. Hier entscheiden wir noch ein Stück eiter abwärts nach Padraces zufahren, wo es die offizielle Startnummernausgabe gibt. Wir schauen nur kurz den Rummel an, Bernd und Karsten kaufen sich noch die passende Radhose zum Trikot des Maratona dles Dolomites. Dann radeln wir zurück nach Colfosco. Am Nachmittag laufen wir zur Liftstation hinüber, wo es die Startnummernausgabe des Radteam Aichach 2000 gibt, über das wir uns angemeldet hatten. Abends gehen wir früh schlafen, um für den frühen Start fit zu sein.

65 km, 1550 Höhenmeter

Sonntag, 04.07.2004
Maratona dles Dolomites

Um 4:15 ist die Nacht zu Ende und wir quälen uns aus den Betten. Nach einem kleinen Frühstück setzen wir uns um 5:30 Uhr aufs Rad, um hinunter nach La Villa an den Start zu rollen. Wie jedes Jahr gibt es kurz vor dem Ort einen Radfahrerstau und wir müssen ein Stück laufen. Corinna biegt dann auch schon bald nach rechts zum zugeteilten Startbereich ab, Frauen starten grundsätzlich in den ersten beiden Startgruppen. Die anderen 3 Fahrer müssen noch ein ganzes Stück weiterrollen und reihen sich in der 4. und damit letzten Startgruppe ein. Um 6:15 Uhr fällt der Startschuß und los gehts in einem Feld von 8000 Mitstreitern hinauf zum Campolongo. Es schließt sich die bekannte Sellarunde über Pordoi, Sella und Grödner an. Jetzt kommt man zum ersten mal ins Ziel in Corvara und die ersten Radfahrer beenden hier auch schon die Tour. Wir fahren aber alle weiter, auch wenn jeder sein eigenes Tempo fährt. Es geht nun wieder hinauf zum Campolongo, wo sich Corinna und Wolfgang treffen und beschließen jetzt gemeinsam weiter zu fahren. Nach Arabba fahren wir runter zum Abzweig zum Falzarego und weiter über die Schöne Aussicht an den Fuß des Passo Giau. Nun kommt der härteste Anstieg des Tages, 10 km mit über 900 Höhenmetern. Nach einer guten Stunde ist aber auch dieser Anstieg geschafft und hinunter gehts nach Pocol. Der Rest scheint nun ganz einfach, Passo Falzarego, der kurze Anstieg nach Valparola und abwärts nach La Villa. Dort angekommen hofft jeder noch eine gut laufende Gruppe für die letzten leicht ansteigenden Kilometer ins Ziel nach Corvara zu finden.


140 km, 4020 Höhenmeter





Insgesamt sind wir (zumindest Bernd und Karsten) 573 km mit 15300 Höhenmeter gefahren.