Trainingslager Milano Marittima 2007
Auch 2007 sind wir wieder in die Emilia Romagna nach Milano Marittima gefahren. Dieses mal waren Karsten, Wolfgang und ich vom 24.3.07 bis 7.4.07 im Hotel Ambra und eine Woche später kamen Stefan, Falk, Dietmar, Axel, Thomas und Martin nach. Mit einer so großen Gruppe waren wir noch nie ins Ambra gereist und daher gab es zunächst auch ein kleines Vortreffen, um die "Neuen" auf das Trainingslager einzustimmen.
Dienstag, 20. März 2007
Alle alten und neuen Ambra-Fahrer haben sich gegen 19:30 Uhr im Lokales in Eberstadt getroffen, nur Martin konnte nicht dabei sein, da er schon Urlaub auf Rügen machte. Die "alten Hasen" berichteten von den Besonderheiten im Hotel und hatten einige Stories zu erzählen. Die Neuen vertieften sich in die Karten und lauschten gespannt den Erzählungen der anderen.



Samstag, 24. März 2007
3:45 Uhr in der früh, Karsten fährt vor.
Wolfgang und ich hatten am Abend zuvor unsere Räder (ich mußte natürlich beide mitnehmen ;-)) ins Auto gelegt, konnten aber, wegen des fehlenden 4. Rahmens nicht zu Ende packen. Also in der Frühe bei Dauerregen Räder festzurren und Gepäck verstauen. Ich hatte ja schwere Bedenken, alle Taschen und vor allem Laufräder in den Passat zu bekommen, aber irgendwie hat es dann doch geklappt und gegen 4:20 Uhr ging es ab auf die Autobahn.

Die Fahrerei bei strömenden Regen war schon ätzend und so war ich ganz froh in Weil der Stadt an Karsten abzugeben. Dösender weise ging es dann durch die Schweiz und je höher wir kamen, desto weißer wurde die Landschaft. Langsam fragte ich mich, ob ich denn wirklich das richtige Sportgerät eingepackt hatte. Es sah mehr nach Skiurlaub,, denn nach Radtraining aus. Hinter dem Gotthardtunnel wurde es aber merklich wärmer und es regnete auch nicht mehr. Später riss auch die Wolkendecke auf und die Sonne kam ein wenig hervor. 13:40 waren wir denn auch im Hotel angekommen und genehmigten uns erstmal eine Piadina. Danach ging's ans Rad aufbauen und um 15:15 waren wir auf einer kleinen Tour. Die Sonne hatte sich leider verzogen und wir hatten auch Glück vor dem nächsten Regen wieder im Hotel zu sein. Eine kurze 50 km lange Tour mit nahezu 0 Höhenmetern.



Am Abend wurden wir nicht von Hilde, die krank zu Hause geblieben war, sondern von Konrad (Konni) begrüßt. Dies hat er fast naturidentisch zu Hilde gemacht ;-) Als Trainer war Hans im Hotel und Giovanni und Ivano sollten die beiden anderen Gruppen führen. Von den 45 Hotelgästen waren 2 Gruppen dabei, die ihre eigenen Ausfahrten machen wollten, so blieben nur etwa 20 Radler übrig, welche auf 3 Gruppen aufgeteilt werden sollten. Eine der beiden Selbstfahrergruppen war die BSG Mauer aus Amstetten, die ich bereits vor 3 Jahren kennen gelernt hatte. Ansonsten waren Cordula und Axel, die 2000 das letzte mal im Ambra gewesen waren, als bekannte Gesichter im Haus.
Sonntag, 25. März 2007
Wie schon befürchtet hat es nicht nur die Nacht durchgeregnet, es hörte auch am Morgen nicht auf. Der Start wurde auf 12 Uhr, aber mit wenig Hoffnung, verlegt. Da es in keinster Weise besser wurde und auch ein heftiger Wind blies, wurde nach einer Weile endgültig die Gruppenausfahrt abgesagt. Drum sind Wolfgang, Karsten und ich zu Dalba gefahren, da konnte ich wenigstens den Kollegen ein paar Ostereier kaufen. Ansonsten war es nichts mit Shopping, denn Boghetta machte erst später auf und das Romagnia Center hatte Sonntag geschlossen. Also zurück ins Hotel und dem Regen zuschauen. Gegen 15 Uhr wurde es aber mal kurz trocken (von oben) und so bin ich mit Wolfgang in den
Pinienwald zum Laufen. Karsten hat sich sogar aufs Rad geschwungen und ist schnell mal auf den Bertinoro gefahren. Ich drehte lieber 2 Runden durch den Pinienwald, schaute mir kurz die Surfer am Strand an und lief dann eben am Strand zurück ins Ambra. Die Stimmung im Hotel ist bei solch einem Wetter natürlich nicht so super und die Besprechung am Abend hätte man sich fast sparen können, wenn es nicht Tradition wäre. Die Vorhersagen für den nächsten Tag waren jedenfalls nicht optimistisch.


Montag, 26. März 2007
Es kam, wie es kommen mußte: Regen, Regen, Regen,...
Also ab ins Auto und eine Einkaufstour machen. Zuerst ging's zu Boghetta, der eine neue Katze im Laden hatte. Gekauft haben wir allerdings nicht, das Wetter schlägt halt aufs Gemüt. Danach noch zu Neri, aber auch dort sind wir mit leeren Händen wieder raus. Am Nachmittag blieb uns nur die Sauna und Hoffen auf besseres Wetter. Ganz frustrierend war aber, dass am Abend das Hotel schon merklich leerer war, da viele abgereist waren, denn zu Hause gab's strahlenden Sonnenschein.


Dienstag, 27. März 2007
Immer noch Regen...
Am Nachmittag haben Karsten und ich es nicht mehr ausgehalten und sind auf's Rad. Nach wenigen Minuten waren wir total durchnäßt, aber das war dann auch egal. So waren wir immerhin ein wenig unterwegs und im Anschluß natürlich Aufwärmen in er Sauna. Ansonsten war im Hotel nun auch wirklich nichts mehr los, nur eine gute Handvoll Gäste war geblieben.
Mittwoch, 28. März 2007
Endlich kein Regen!!!
Also konnten wir endlich ohne Regenklamotten und Schutzblech losfahren. Allerdings waren wir nur zu viert, zu viele waren abgereist. Los ging es nach Savignano und über den Höhenzug nach Sogliano, ganz klassisch für eine Königsetappe am Mittwoch. Allerdings ist Axel schon bei Borghi wieder umgedreht, sein "Trainingsplan" sah eben nur 2-3- Stunden Ausfahrt vor, Karsten Wolfgang und ich wollten aber deutlich mehr fahren. Drum ging's auch weiter den Höhenzug bis Perticara hinauf. Das Wetter sah zwar nicht viel versprechend aus, aber wir entschieden uns zur Weiterfahrt nach S. Agata Feltria, schließlich war ich auch noch nie den Höhenzug bis dorthin gefahren. Nach der Abfahrt in Sarsina entschieden Wolfgang und ich spontan Karsten noch über den Finocchio zu folgen, schließlich war Königsetappentag. In Borello allerdings haben wir Karstens Abstecher über den Cavallo nicht mehr mitgemacht, Königsetappe hin oder her, 152 km waren auch genug.



Am Abend war dann auch Hilde und Kurt (von vielen nur das Phantom genannt ;-)) angekommen, immerhin etwas "Normalität", wenn schon das Wetter verrückt spielt.


Donnerstag, 29. März 2007
Sonne gab es zwar immer noch nicht, aber Karsten, Wolfgang und ich konnten uns trocken auf eine meiner Lieblingstouren nach Rocca delle Caminate machen. Natürlich kam es aber wie es kommen mußte, kurz vor Predappio fing der Regen an. So schnell konnten wir die Jacken gar nicht anziehen und so waren wir pitschpatsch naß. Zurück im Hotel hatte ich wirklich die Schnauze voll, wenn nicht Samstag der Rest der Gruppe kommen würde, dann...


Freitag, 30. März 2007
Nach den beiden längeren Touren stand heute Regeneration auf dem Programm. Also eine lockere Runde nach Longiano. Leider war es weiter recht kühl, sodaß wir nicht auf dem Merktplatz einen Cappuccino trinken konnten, sondern gleich wieder ins Ambra fuhren. Laut Wetterbericht, den wir uns von Stefan aus Deutschland zukommen ließen, waren die Aussichten für die kommende Woche richtig gut und darum: Die Hoffnung stirbt zuletzt ;-)


Samstag, 31. März 2007
Die ersten echten Sonnenstrahlen...
Dies wird ein trockener Tag beschlossen wir am Morgen und so machten wir uns auf den Weg. Ich hatte vorgeschlagen den Monte Altello zu erklimmen, wo ich vor einigen Jahren mal mit Hanns-Lutz und der Gruppe 4 hingefahren war. Ich hatte zwar in Erinnerung, dass wir ziemlich gekotzt hatten, weil es steil war, aber dachte jetzt, dass ich ja um einiges besser drauf bin. Los ging's nach Meldola und weiter Richtung Pieve di Rivoschio. Am Abzweig zu Pieve dann aber rechts ab und...
... es war richtig steil! Da war ich doch überrascht, was ich vor einigen Jahren zweifach hochgefahren war. Nach Giaggiolo ging's runter nach Voltre und dieser Ort macht seinem Namen alle Ehre, denn die Abfahrt hatte doch einige "Volt". Danach erstmal etwas gemütlich nach oben, aber dann doch wieder steil nach Seguno.



Zurück im Ambra trafen wir Stefan, Falk, Axel, und Dietmar, die nach er Anreise noch eine kurze Runde gedreht hatten. Zum Essen waren wir dann eine richtig große Runde, denn auch Thomas und Martin waren für die zweite Trainingswoche angereist. Auch die Rheinbacher waren wieder im Hotel, das sich glücklicherweise gut gefüllt hatte.


Sonntag, 1. April 2007
Bedeckt, aber trocken, endlich konnte zu einer echten Gruppenausfahrt gestartet werden. Die "Darmstädter-Fraktion" hatte sich außer Karsten bei Ivano eingeordnet und los ging's. Leider konnten wir nicht nach Bertinoro, da dort ein Rennen stattfand. Drum ging es mit einigen Schlenkern nach Longiano. Da Giovanni keine Gruppe hatte (irgendwie wollte niemand Gruppe 1 fahren) hatten wir eigentlich 2 Trainer. Schade nur, dass Ivano nicht gut drauf war und die Gruppe immer wieder gebremst hat. In Longiano wollten alle noch weiter fahren und wir sind auch Richtung Roncofreddo gestartet. Allerdings bog Ivano schon kurz hinter dem Ort ab runter nach Felloniche, von dort sollte es nach Montalbano gehen. Wolfgang und mir war das einfach zu wenig und so bogen wir nach rechts ab und sind noch zusammen mit Axel die 18 Kehren nach Sogliano gefahren.
Am Nachmittag kam die Sonne auch noch richtig raus, da habe ich noch eine schnelle Saviorunde auf meinem Kuota Kredo gedreht.



Montag, 2. April 2007
Da einige Telnehmer am Vorabend über die Streckenführung von Ivano gemeckert hatten, wurde die Gruppe geteilt und Giovanni übernahm die schnellere Gruppe. Die Route ging über Meldola hoch zum Monte Cavallo. Unten in Borella gab es dann noch einen Cappuccino und nach dieser Stärkung konnten wir auf der Rückfahrt noch den Bertinoro mitnehmen. So waren an diesem Abend alle zufrieden.
Nachmittags fuhren wir mit dem Auto zu Boghetta, wo ich mir nochmal den schönen neuen De Rosa Rahmen Idol anschauen durfte. Mal sehen, ob ich ihn mir wirklich zulege.



Dienstag, 3. April 2007
Morgens um 10 machten wir uns auf den Weg zu einem meiner Lieblingsberge. Rocca delle Caminate. Die Anfahrt über Fratta Terme und Meldola hatten wir zwar schon am Vortag, aber dann ging es aufwärts zur Rocca. In Predappio gönnten wir uns einen Cappuccino und das ging es weiter nach Predappio Alta. Giovanni führte uns weiter über kleine Sträßchen und irgendwie waren wir dann wieder in Forlimpopoli. Ab da ging es auf bekannten Wegen zurück ins Ambra.



Mittwoch, 4. April 2007
Mal wieder Regen...
Somit war die Königsetappe für diesen Tag gestrichen. Nachmittags hielten Karsten, Martin und ich es aber nicht im Hotel aus, sondern wir sind mit Regenklamotten rauf auf's Rad. Karsten wollte etwas schneller und auch auf den Bertinoro fahren, so haben wir ihn in Castiglione ziehen lassn. Wir sind dann recht gemütlich (soweit dies bei den Wassermassen möglich war) nur bis an den Fuß des Bertinoro und dann zurück gefahren. Immerhin ein wenig bewegt...
Donnerstag, 5. April 2007
Heute sollte es also auf die Königsetappe mit dem Ziel Perticara gehen. Wie immer wurde im "umgekehrten Verhältnis" gestartet und der erste Stopp war beim Sportplatz in Savignano. Nach kurzer Pause mit Fototermin fuhren wir durchs Wellentag Richtung Sogliano. Hier merkte ich schon, dass ich heute nicht so richtig gut drauf war. Daher meldeten Wolfgang und ich uns in Sogliano von der Gruppe ab, um etwas gemütlicher weiter zu fahren. Die Gruppe fuhr weiter den Höhenzug nach Perticara, wir bogen links ab runter nach Ponte d'Uso. Danach den Passo Grillo hoch und weiter Richtung Novafeltria. Hier beginnt der Anstieg nach Perticara und am Anstieg trafen wir die Gruppe wieder, die sich auf der Abfahrt befand. Wir sind aber weiter gemütlich den Berg hinauf, denn Perticara ist einer meiner Lieblingsorte. Man wird dort mit einer super Aussicht und einer 30 km langen Abfahrt (mit einigen Gegenanstiegen) nach Savignano belohnt.



Freitag, 6. April 2007
Die letzte Ausfahrt für dieses Trainingslager.
Wolfgang hatte Axel so von unserer Strecke am Samstag vorgeschwärmt, daß die beiden diese Strecke heute nochmal fahren wollten. Ich schloß mich dann natürlich an. Wir fuhren einige Zeit vor der Gruppe los, die in gleicher Richtung unterwegs war. Wir hielten uns ran, denn wir wollten nicht eingeholt werden. Erst nach dem Abbiegen nach Giaggiolo machten wir Pause. Als wir auf den gegenüberliegenden Anstieg nach Pieve schauten, sahen wir nach einiger Zeit eine größere Gruppe im Anstieg und vermuteten, daß dies unsere Leute waren. Dann ging' wieder den steilen Anstieg hinauf. Wolfgang und Axel warteten oben auf mich, aber ich wollte gleich weiterfahren und machte mich an die Abfahrt. Da kam es, wie es kommen mußte ...
... ich fuhr am Abzweig geradeaus, weil es gerade so schön lief. Erst einige Kilometer weiter unten merkte ich, daß ich irgendwie falsch war und auch keiner hinter mir. Also umdrehen und den Anstieg wieder nach oben. Das war wohl die gerechte Strafe...
In Voltre warteten die beiden schon und wollten gerade anrufen, als ich angeschossen kam. Gemeinsam fuhren wir weiter. Der nächste Anstieg machte mir irgendwie weniger aus, als in der Woche zuvor und in Borello machten wir wieder eine wohlverdiente Cappuccinopause.



Fazit
Trotz der Regentage war ich 1247 km durch die Emilia Romagna geradelt und die 2. Woche hat für vieles entschädigt. Dennoch machte ich mir schon an den letzten Tagen Gedanken, ob ich nicht nochmal eine Woche nach Milano Marittima fahren sollte. Hilde meinte sie könnte mich als Trainerin gebrauchen und so fuhr ich mit einer guten Wiederkehroption nach Hause.


