Mallorca 2009
Samstag, 07. März 2009
Früh um 3:30 Uhr klingelt der Wecker, oje und das soll Urlaub sein? Was hilft es, die Strassenbahm wartet nicht und wir haben es ja so gewollt. Drum raus aus den Federn und ab in Richtung Flughafen.
Es paßt alles, es gibt keine Schlangen und so können Wolfgang und ich vor dem Abflug noch gemütlich frühstücken. Der Flug nach Palma de Mallorca ist dann auch noch 20 min kürzer als geplant und so sind wir bereits um 11 Uhr im Hotel Vanity Golf in Alcudia. Hier können wir bei einem Glas Begrüßungssekt die ersten Sonnenstrahlen von Mallorca geniessen.

Begrüßungssekt
Wir werden von Oliver Corpus von Luxcom begrüßt, den wir bereits von unserem Mallorca-Aufenthalt 2006 kennen. natürlich holen wir auch gleich unsere Mieträder ab. Es sind Storck-Räder mit Campa-Chorus Ausstattung, super Sache, da werde ich mein de Rosa nicht all zu sehr vermissen.
Gegen 13 Uhr geht es Richtung Can Picafort auf Tour. Ein wenig kennen wir uns ja aus und so gelangen wir problemlos nach Petra, wo wir natürlich einen Kaffee trinken müssen.
Kaffetrinken in Petra
Das ist Urlaub
Nach der Pause fällt mir das Weiterfahren schon etwas schwer, ich hab wohl doch zu wenig geschlafen. Ich beisse mich durch und wir fahren nicht direkt, sondern über Sineu und Muro zurück nach Alcudia.
Beim Abendessen lernen wir einige Luxcom-Guides und Teilnehmer kennen und auch Guy ist da. In dieser Woche gibt es viele Teilnehmer und so sollten es ab Montag 5 verschiedene Leistungsgruppen geben, da wird bestimmt das Passende für uns dabei sein.
Später bekomme ich noch eine SMS von Erdi (Volker), morgen wird es eine Eisbärenrunde geben.
80 km, 457 Höhenmeter, 3:03
Sonntag, 08.März 2009
Heute ist erstmal ausschlafen angesagt ;-). Nach einem ausgiebigen Frühstück ziehen wir uns die Citybike-Trikots an und rollen langsam zum Eisbären-Treffpunkt nach Can Picafort. Google (Frank) und Erdi (Volker) sind nur kurz nach uns da und wir vertrauen uns Erdi's Navigation mit seinem Garmin Edge an. Es geht zunächst nach Muro und Sineu (das hatten wir doch gestern umgekehrt ;-)) und dann weiter über Costitx und Sencelles bis nach Pina.
Ausfahrt mit den Eisbären
Kurze Pause in Pina
Danach geht es zum Kaffeestop, dreimal dürft ihr raten wo.
Wo trinkt man auf Malle Kaffee?
Gestärkt machen wir uns auf den Weg zurück nach Alcudia, wo wir uns am Hafen noch etwas sonnen.
Alcudia Hafen
Alcudia Hafen

Eisbären

Citybiker
Volker hat eine schöne Runde auf kleinen Straßen rausgesucht und es hat richtig Spaß gemacht mit den Eisbären bei Sonnenschein durch die Gegend zu rollen!
Am Abend gibt es die Info-Veranstaltung von Luxcom, es sind wirklich viele Teilnehmer da und so werden wir uns morgen wahrscheinlich in die Aktiv-Gruppe mit Martin von Storck als Guide eingruppieren.
112 km, 763 Höhenmeter, 4:11
Montag, 09.März 2009
Heute gibt es die erste Gruppenausfahrt, Treffpunkt ist auf dem Parkplatz des Hotels Estrella de Mar. Wir rollen mit den Rädern langsam rüber und sehen schon viele Luxcom-Trikots der Guides.
Luxcom-Guides Olli und Sascha
Am Start
Um 10:30 Uhr geht es los, die Aktiv-Gruppe besteht aus 8 Radlern und 3 Guides, Martin, Reinhold und Guy. Von den vielen Leuten, die bei der Info-Veranstaltung dabei waren, hat sich eine große Gruppe aus Hamburg alleine auf den Weg gemacht und so waren zwei Guides "übrig".
Zunächst geht es kreuz und quer über Feldwege nach Sa Pobla und weiter über Miniwege Richtung Inca.
Richtung Inca
Wir werden gestopt
P-Pause
Über Selva, Moscari und Campanet geht es dann zurück nach Pollenca. Leider verdichten sich die Wolken etwas. Dennoch machen wir noch den Abstecher nach Cala San Vicenc, einer traumhaften Bucht. Leider ohne Stop, denn Guy ist es einfach zu kalt. Er sollte mal öfter in Deutschland Rad fahren ;-).
Der Weg an der Küste entlang nach Alcudia ist heftig, denn der Wind bläst uns entgegen. Alle kommen aber glücklich uns zufrieden am Parkplatz an.

Bei Pollenca
Port de Pollenca
Windige Küstenstrasse
Wir besprechen noch schnell das Programm für morgen, (fast) alle wollen nach der Einrollrunde in die Berge. Danach löst sich die Gruppe langsam auf, doch halt. Einige wollen noch ein wenig die Beine ausfahren. Martin ist dabei und führt die 5 unermüdlichen Radfahrer noch weitere 20 km durch die Gärten. Keine Frage, da bin ich auch dabei.
Zusatzrunde
Crosseinlage
Wolfgang geht lieber eine Runde Laufen, schließlich will er im Mai einen Marathon bestreiten. Den Restnachmittag verbringen wir faul auf unseren Betten mit Radrennen und Skifliegen.
106 km, 512 Höhenmeter, 4:09
Dienstag, 10. März 2009
Pünktlich rollen Wolfgang und ich zum Parkplatz, wo sich schon ein paar Aktiv-Fahrer bei Martin eingefunden hatten. Dort wird über die heutige Streckenführung diskutiert. Nur ein Fahrer hatte keine Lust auf Berge. Guy löst das "Problem", indem er eine zweite Aktiv-Gruppe ohne Berge anbietet. Kurz später geht es los, 7 Radler mit Martin in der Berg-Aktiv-Gruppe, gefolgt von Guy, der neben einem Teilnehmer auch noch Jan einen weiteren Guide mitnimmt. Das nenne ich Intensivbetreuung.
Tourenbesprechung der Aktiv-Gruppe
Berg-Aktiv-Gruppe
Flach-Aktiv-Gruppe
Wir fahren wieder über Sa Pobla raus und über superschöne kleine Wege nach Binisalem. Hier geht es rechts ab nach Lloseta und weiter nach Binisalem. Langsam gibt es die ersten Steigungen und in Mancor de la Vall machen wir noch einen kurzen Stop, bevor es dann wirklich über Selva hoch nach Lluc geht. An der Tankstelle sammeln wir uns, für eine längere Pause ist der Wind zu kalt.
Bei Selva
Selva
Anstieg nach Lluc
Anstieg nach Lluc
Kurz nach der Tankstelle geht es rechts ab in die Abfahrt und wenig später zeigt ein Wegweiser nach links zum Kloster Lluc. Das lassen wir aber liegen und gehen in einen Gegenanstieg, der in meiner Erinnerung deutlich kürzer als heute ist. Aber im geschlossenen Feld kommen wir in die tatsächlich Abfahrt bis Pollenca. Wieder geht es die Küste entlang zurück nach Alcudia, heute ohne Gegenwind.
Schon auf der gesamten Fahrt diskutieren wir, ob die Gruppe am Donnerstag den Küstenklassiker fährt. Diesen könnten wir zwar wegen eines Erdrutschs nicht in der klassischen Weise fahren, aber das schönste Stück von Port d'Andratx bis Soller ist frei. Martin läßt uns entscheiden und auf dem Parkplatz ist klar, dass 5 Radler dabei sein wollen.
Am Nachmittag im Hotel treffen wir Guy, der uns vom Küstenklassiker abrät, da es schon ein dickes Ding ist, das normalerweise von der Sport- und Intensiv-Gruppe gefahren wird. Wolfgang und ich lassen uns von dem Vorhaben nicht abbringen, denn es kommt nur auf das Tempo an, das in der Gruppe stimmt.
Beim Abendessen kommt Martin noch kurz vorbei, es bleibt dabei, Donnerstag werden wir um 9 Uhr mit dem Bus nach Port d'Andratx fahren.
102 km, 769 Höhenmeter, 4:15
Mittwoch, 11. März 2009
Wolfgang und ich stehen spät auf, denn heute gibt es keine offizielle Ausfahrt. Nach dem Essen lungern wir so rum und haben irgendwie gar keine Laune auf's Rad zu steigen. Vielleicht liegt es daran, dass ein paar Wolken am Himmel zu sehen sind. Ein Ruhetag nach 4 schönen Radtagen tut sicherlich gut und morgen gibt es die Königsetappe.
Bevor wir aber gar nichts tun, komme ich auf die Idee doch einen Cache zu suchen, mein Garmin habe ich schließlich dabei. Also kurz ins Internet und tatsächlich sind auch einige Caches in unserer Nähe.
Los geht es und der erste Fund ist auch nur in 200 m Entfernung vom Hotel gemacht. Danach laufen wir durch Alcudia zu einem Cache mit dem Namen "Cova de Sant Marti" und einer interessanten Beschreibung:
Die Cova de Sant Marti ist eine Höhlenkirche aus den Anfängen der Christenheit auf Mallorca. Sie besteht aus einer Kalksteinhöhle die etwa 20 m tief in den Kalkfelsen unterhalb des Puig de Alcudia geschlagen wurde. Bereits im 2. Jahrhundert versteckten sich hier Christen vor den römischen Verfolgern. Aber die Kalksteinhöhle war nicht nur Versteck für die Christen sondern auch Tempel für die Anbetung Jesus Christus. Aus dem 13. Jahrhundert existieren noch 2 Altäre. Über den Altären kann man noch uralte Malereien mit den kirchlichen Darstellungen des Heiligen Georgs, wie er einen Drachen tötet und die Darstellung des heiligen Martin, der seinen Mantel teilt. Der Eintritt zur Höhle ist kostenlos. Ein absolutes Highlight für alle die sich für die Geschichte Mallorcas interessieren und zum geocachen unterwegs sind.
Den Ort haben wir mit einigen Umwegen gefunden und er ist wirklich interessant.
Cova di San Marti
Blick nach oben
Nach der Besichtigung suchen wir auch noch den kleinen Schatz, der sich nicht lange vor uns verstecken kann.
Glückliche Corinna
Der dritte Cache ist für Wolfgang "paragliders paradise alcudia" und er liegt auf Alcudias Hausberg. Ein wenig zu Fuß bergauf denken wir und stapfen los. So geht es eine ganze Weile und wir werden mit einem tollen Blick auf Alcudia belohnt.
Alcudia
Alcudia
Ich kann fliegen
Der Cache ist fast zur Nebensache geworden, aber nach kurzer Suche halte ich das Döschen in den Händen. Ein erfolgreicher Cachetag und wir machen uns auf den Heimweg. Natürlich wollen wir nicht den gleichen Weg runter wie rauf gehen, was allerdings zur Folge hat, dass wir trotz Navi einen kleinen Umwegkringel laufen.
Ein gelungener Ruhetag, aber wir freuen uns schon auf den nächsten Tag mit dem Küstenklassiker.
16,2 km
Donnerstag, 12. März 2009
Heute geht es früh aus den Federn, damit wir pünktlich um 9 Uhr am Treffpunkt sind. Wir gehen ausnahmsweise schon mit Radklamotten zum Frühstück, um nicht hetzen zu müssen. Am Parkplatz tummeln sich schon die meisten Mitfahrer und auch der Bus ist fast pünktlich. Dann geht es erstmal an's Einladen, was der Fahrer sicherlich nicht zum ersten mal macht, denn jeder Handgriff sitzt.
Warten auf den Bus
Einladen
Im Bus wird kurz durchgezählt und dann geht es los Richtung Süden. Ich döse noch etwas und nach etwa einer Stunde sind wir in Port d'Andratx. Der Hafen sieht einfach klasse aus, die Sonne scheint und alle fibern der Tour entgegen.
Port d'Andratx
Warten auf den Start
Olli hält noch eine kurze Ansprache und in 3 Gruppen geht es los, die Hamburger, Olli mit der Sportgruppe und wir in der Aktivgruppe mit Martin als Guide. Wir fahren in lockerem Tempo los und wollen die ersten Anstiege gemeinsam in moderatem Tempo angehen. Küstenstrasse heißt auf und ab, wie wir sogleich merken. Es ist einfach herrlich und die Gruppe paßt wirklich gut zusammen.
Küstenstrasse
Küstenstrasse
Immer wieder gibt es gigantische Ausblicke auf ein tiefblaues Meer und wir kommen durch nette kleine Küstendörfer. Wir sehen auch Radler, die mit uns im Bus waren, denn der eine oder andere muß eine Fotosession machen. In Soller treffen wir Olli und seine Gruppe wieder, die dort eine Kaffeepause machten. Die Aktivgruppe möchte lieber noch über den Coll de Soller fahren und in Bunyola eine Pause machen.
Treffen in Soller
Im Anstieg fällt die Gruppe etwas auseinander, aber der Treffpunkt ist ja auch nicht zu verfehlen. Wolfgang wartet am Paß auf mich und gemeinsam fahren wir nach Bunyola, wo die anderen auch noch nicht lange warten.
Abfahrt von Coll de Soller
Abfahrt von Coll de Soller
Ich fahre zu Martin und meine "da links geht es doch weiter, oder?". Er schaut mich verduzt an und meint "da geht es aber auf den Orient" und ich sage nur "genau!". Somit habe ich die Diskussion zur weiteren Streckenführung angestossen. Vojo ist schon recht fertig und will nur nach Hause. Frank überlegt, ob er sich noch einen Anstieg zutrauen soll und Stefan ist für alles offen. Wolfgang macht dann die entscheidende Aussage "lieber einen Anstieg und dann fast bis nach Hause rollen, als jetzt noch 60 km flach fahren". Nach einer Stärkung mit Kaffee, Cola und Kuchen fahren wir also auf den Orient.
Stefan
Frank und Vojo
Bergziege
Die Abfahrt vom Orient ist genial, glatter Asphalt und wenig Kurven. Ich fliege nach unten und wäre am liebsten gleich nochmal hoch gefahren, soviel Endorphine hat die Abfahrt frei gesetzt. Wir sammeln uns bei Alaro und rollen weiter nach Lloseta. Plötzlich sind Bauarbeiten, die Strasse wird eng und es gibt jede Menge Löcher. Es macht "Peng" und ich habe hinten platt. Frank ist noch hinter mir und er fährt vor, um den anderen Bescheid zu sagen, während ich das Hinterrad ausbaue. Kurz darauf sind die anderen dabei, nur Wolfgang fehlt. Ist er noch hinter mir? Stefan fährt zurück und meldet kurz darauf, dass auch Wolfgang platt gefahren hat, ja, ja, die Viels. Ich wechsel den Schlauch und Martin hilft beim pumpen, da kommt Wolfgang angefahren. Eine andere Gruppe Radfahrer fährt vorbei, die berichten, dass es bei ihnen sogar 3 Plattfüsse gab. Die Löcher kamen wirklich zu überraschend.
Jetzt legen wir uns ins Zeug, denn eigentlich hat Martin um 18 Uhr eine Besprechung und es ist inzwischen schon spät geworden. Mir fällt es leicht jetzt vorne zu fahren, schließlich werde ich ab 100 km erst richtig wach.
Kurz vor 18 Uhr stehen wir vor der Luxcom-Werkstatt, glücklich und zufrieden, wenn auch ein wenig kaputt. Wir bedanken uns bei Martin, der den Dank zurück gibt, schließlich kommt er fast pünktlich zu seiner Besprechung.
Nach einer Dusche gehen wir direkt zum Essen, wo auch die anderen Radfahrer viel zu erzählen haben, denn auch die Easy-Tourgruppe hatte heute eine Transferrunde. Zur Feier des Tages gönne ich mir nach dem Essen noch zwei Daiquiri und falle dann ins Bett.
145 km, 2459 Höhenmeter, 6:34
Freitag, 13. März 2009 (Un)glückstag?
Ist Freitag der 13. ein Unglückstag? Nein!
Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein! Heute fahren wir erstmal in die Werkstatt, denn wir brauchen beide einen neuen Schlauch. Dort treffen wir Martin, der an Fahrrädern schraubt und keine Radklamotten an hat. Wir erfahren, dass er heute Abholdienst hat und der Flieger Verspätung hat. Darum fällt für ihn die Ausfahrt aus, Guy und Reinhold übernehmen die Aktivgruppe.
Nach der gestrigen Königsetappe wollen alle etwas ruhiger fahren, aber dennoch keine kurze Runde. Also genau das Richtige für mich.
Diesmal fahren wir über Can Picafort raus, an der Tankstelle vorbei und danach rechts ab Richtung Manacor. Wir haben wenig Verkehr und fahren nun doch recht zügig. Etwa 3 km vor Manacor wird die Strasse neu gemacht und wir müssen einige Zeit über Schotter holpern, zum Glück ohne Löcher.
Manacor
Es geht an Manacor vorbei und wir biegen auf eine kleine superschöne Strecke ab. Wir fahren gemütlich durch den Frühling und bei einer Pinkelpause fragt Guy kurz in die Runde wieviel wir noch fahren wollen. Für mich keine Frage und nur Vojo hat wohl doch den Küstenklassiker in den Beinen und möchte kürzer fahren. Also beschließen wir nach dem kommenden Anstieg noch eine kleine Schleife zu drehen, während Vojo direkt nach Alcudia fahren will.
Kleine Straße bei Manacor
Streckenbesprechung
Wir fahren in der Gruppe bis zum Anstieg. Hier müssen natürlich alle nochmal zeigen, was sie drauf haben, denn leider ist heute der letzte gemeinsame Radtag. Oben angekommen wird auch nicht gewartet, es geht gleich links weiter und wenig später erreichen wir Petra. Diesmal gibt es keinen Kaffeestop, sondern eine kleine Stadtrundfahrt, bevor es nach Sineu weitergeht.
Petra
Sineu
Zum Abschluß der heutigen Ausfahrt gibt es noch eine kleine Crosseinlage bevor ein Teil der Gruppe in den Hafen von Alcudia zum Kaffeetrinken einfällt.
Wolfgang und Reinhold
Ende einer gelungenen Ausfahrt
105 km, 677 Höhenmeter, 4:10
